Förderung von orthopädischen Möbeln

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Arbeitgeber sind verpflichtet, gesunde Arbeitsbedingungen zu schaffen, also z.B. einen Bürostuhl, den höhenverstellbaren Schreibtisch oder auch die Computerbrille zu stellen. Die tatsächlich zur Verfügung gestellte  Ausstattung hängt selbstverständlich vom finanziellen Rahmen, aber auch der Weitsicht des Arbeitgebers für betriebliche Fördermaßnahmen im Rahmen der Gesundheitsförderung ab.

Über das Engagement des Arbeitgebers hinaus, gibt es durchaus noch weitere Institutionen, wie .B. die Rentenversicherungsträger, aber u.U. auch die Bundesanstalt für Arbeit, die ein vitales Interesse daran haben, dass die Beschäftigten an gesunden Arbeitsplätzen tätig sind und bleiben! Dafür sind diese Organisationen bereit, erhebliche finanzielle Förderungen zu bewilligen. Natürlich müssen diese Förderungen berechtigt sein und werden dementsprechend überprüft. Um in den Genuss der Förderungen zu kommen, sind verschiedene Anträge nötig. Wir erklären Ihnen, was Sie benötigen: 

So beantragen Sie einen orthopädischen Bürodrehstuhl!

Jeder beschäftigte Versicherte, bei dem die notwendige Arbeitshilfe zur Aufrechterhaltung der Erwerbsfähigkeit dient, kann einen Antrag zur Kostenerstattung für einen elektrisch höhenverstellbaren Tisch und einen Bürodrehstuhl stellen. Vordrucke können unter www.deutsche-rentenversicherung-bund.de im Bereich Formulare/Rehabilitation herunter geladen werden. 
 Oder Sie laden die benötigten Anträge einfach hier herunter:
  • Antragsvordruck G100, Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben
  • Anlage G130, Anlage zum Antrag G100 Anlage zum Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben
  • Antragsvordruck G3143 (Antrag auf Kostenübernahme für einen orthopädischen Bürostuhl)
  • ein ärztliches Attest oder Entlassungsbericht der Reha-Klinik
  • eine Stellen- oder Tätigkeitsbeschreibung, sowie einer Bestätigung des Arbeitgebers des ungekündigten Beschäftigungsverhältnisses
  • qualifiziertes Angebot durch den Büro-Fachhandel

Die maximale Kostenübernahme durch den Rentenversicherungsträger beträgt aktuell
  • € 435 inkl. MwSt. für einen gesundheitsfördernden Bürostuhl
  • € 800 inkl. MwSt. für einen elektrisch höhenverstellbaren Schreibtisch

Sofern Ihre erwerbstätige Zeit als Beitragszahler bei Ihrem Rentenversicherungsträger nicht ausreicht, tritt unter der Voraussetzung, dass die Beschäftigung an Ihrem Arbeitsplatz von diesen Hilfsmitteln abhängt, ggf. auch die Agentur für Arbeit als Leistungsträger ein. Ob eine Beantragung über die Agentur für Arbeit für Sie möglich ist, müssen Sie vor einer Beschaffung mit Ihrem Arbeitsberater klären.
Bei Fragen stehen wir während unserer Öffnungszeiten gern unter Telefon 0441 4858369 zur Verfügung.

Bildquelle: Pixabay - martaposelmuckel

Drei Grundregeln des ergonomischen Sitzens

Sitzhaltung

1. Die Sitzhaltung

Haben Sie sich einmal gefragt, warum mehr als 80% der Menschen im Büro häufig auf der vorderen Kante ihres Bürostuhls sitzen?
Laut BAUA (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin) stellt die Sitzhaltung im rechten Winkel von 90° die „natürlichste“ Sitzhaltung dar. Diese Aussage passt zwar zu allen gültigen DIN-Vorschriften, ist aber generell unlogisch, da der menschliche Körper eine stehende Haltung bevorzugt. Es ist also ein Hüftwinkel von etwa 110° bis 125° anzustreben. Diese Haltung begünstigt die natürliche Beckenneigung und entlastet die Rückenmuskulatur. Außerdem funktioniert die Blutzirkulation in dieser Haltung einwandfrei.
Stellen Sie Ihren Bürostuhl also so hoch wie möglich ein, achten aber darauf, dass Sie immer noch mit den Füßen auf dem Boden stehen und kein übermäßiger Druck unter den Oberschenkeln entsteht.
Sollte Ihnen dies mit Ihrem Stuhl nicht gelingen, ist er offensichtlich für Sie ungeeignet!

Schreibtischhoehe
2. Die Schreibtischhöhe

Warum sitzen so viele Menschen mit einem runden Rücken und nach vorn geneigtem Oberkörper an ihrem Schreibtisch?

Ganz einfach! In den meisten Fällen ist der Schreibtisch viel zu niedrig eingestellt. Was bedeutet zu niedrig? Die Norm für die Höhe von Schreibtischen wurde 1928 auf 72-75cm festgelegt. Damals war das auch ok, aber in den vergangenen 90 Jahren sind die Menschen durchschnittlich 15-20cm größer geworden und die Arbeitsbedingungen haben sich durch die Einführung von Computern drastisch verändert.
Nachdem Sie Ihren Stuhl auf Ihre persönliche Höhe eingestellt haben, stellen Sie nun den Schreibtisch so ein, dass die Tischplatte etwa 2-Fingerbreit oberhalb Ihres Bauchnabels ist.
Sollte Ihnen dies mit Ihrem Tisch nicht gelingen, ist er offensichtlich für Sie ungeeignet!

Bildschirmhoehe
3. Die Bildschirmhöhe

Hatten Sie auch schon einmal Nackenschmerzen nach einem Bürotag?

Haben Sie zu angestrengt und zu lang gearbeitet, oder was könnte der Auslöser sein? Die Antwort ist ja, aber einer der Auslöser für Nackenschmerzen ist tatsächlich ein in den meisten Fällen viel zu niedrig eingestellter Bildschirm. Dies führt automatisch zu einer Verkrampfung der der Nackenmuskulatur.
Bringen Sie Ihren Monitor in eine Höhe, in der Sie bei gerader Sitzhaltung und entspannter Kopfhaltung auf die Mitte des Bildschirms schauen. Als BrillenträgerIn und vielleicht sogar mit Gleitsichtgläsern, wäre eine individuelle Anpassung zu empfehlen.
Sollte Ihnen die Einstellung mit Ihrem Monitor nicht gelingen, ist er offensichtlich für Sie ungeeignet!
Und geben Sie die Hoffnung nicht auf, wenn Sie einen Laptop verwenden! Hierfür gibt es besondere Möglichkeiten.

Medikationspläne werden von Patienten oft nicht genutzt



Medikationspläne – zumindest frei erstellte – verbessern die Arzneimitteltherapiesicherheit wohl nicht wie erhofft. Das legt nun eine Studie der Uni Greifswald nahe.

GREIFSWALD. Viele Patienten haben einen Medikationsplan, aber viel zu wenige nutzen ihn. Kollegen der Universitätsmedizin Greifswald, die dies jetzt in einer Querschnittstudie in zehn Allgemeinpraxen dokumentiert haben, appellieren an Ärzte, Patienten intensiv und regelmäßig zu Inhalten und Bedeutung des Medikationsplanes aufzuklären. Sie fordern zudem eine stärkere Einbindung von Apothekern, aber auch technische Lösungen wie eine zentrale Verordnungsdatenbank.

In ihrer Studie haben Kollegen um M. Sc. Simone Kiel geprüft, welche Auskunft Patienten über ihre verordneten Medikamente geben können und was die Auskunftsfähigkeit beeinflusst. Von 1108 in zehn Allgemeinpraxen in Westthüringen und im Raum Göttingen per Zufallsstichprobe ausgewählten Patienten erklärten sich 637 (57 Prozent) zu einem Interview oder zu einer postalischen Befragung bereit.


Ihre Studie sei damit die bisher größte im deutschen Raum, in der Patientenangaben zur Medikation mit den jeweiligen Praxisdokumentation verglichen worden seien, so die Studienautoren. Zur Beantwortung der Fragen konnten die Studienteilnehmer Hilfsmittel wie Notizen, die zum Erhebungszeitpunkt noch üblichen frei erstellten Medikationspläne und Medikamentenverpackungen nutzen.


Nur jeder Zweite wusste über die Indikation Bescheid

OTC-Präparate wurden nicht berücksichtigt. Bereits eine inkorrekte Angabe zur Medikation wurde als inkorrekte Auskunft gewertet (
DMW 2018; 143: 188-196).
Das sind die Hauptergebnisse der Studie, für die Datensätze von 625 Patienten herangezogen werden konnten:
  • Die Patientenangaben zur Zahl der Medikamente stimmten nur zu 54 Prozent vollständig mit der Praxisdokumentation überein.
  • Laut Praxisdokumentation nahmen 75 Prozent (476) der Patienten mindestens drei Arzneien und 49 Prozent (309) mindestens fünf Medikamente gleichzeitig ein.
  • Am besten konnten die Patienten über die Medikamentennamen korrekt Auskunft geben (75 Prozent), am schlechtesten über die Indikation (47 Prozent). Über Dosierung und Einnahmefrequenz konnten nur 56 und 61 Prozent aller Patienten korrekt Auskunft geben.
  • Einen Medikationsplan hatten 65 Prozent aller Patienten und 80 Prozent der Patienten mit mindestens drei Medikamenten. Anspruch auf einen solchen Plan haben seit Oktober 2016 ja Patienten, die mindestens drei systemisch wirkende Medikamente über mindestens 28 Tage gleichzeitig anwenden. Zur Beantwortung der Fragen nutzten 19 Prozent aller Patienten und 24 Prozent der Patienten mit mindestens drei Arzneien den Medikationsplan.
„Die Ausstellung eines Papiermedikationsplans per se führt nicht zu einer besseren Auskunftsfähigkeit“, resümieren die Autoren. Dennoch sei ein solcher Plan wichtig, da er den Patienten als Erinnerungsstütze diene sowie bei verschiedenen Ärzten und in Notfällen bei stationärer Aufnahme vorgelegt werden könne.
Der bundeseinheitliche Medikationsplan habe gegenüber dem zum Erhebungszeitpunkt noch üblichen frei erstellten Medikationsplänen Vorteile und eventuell den Anteil der Patienten mit einem Medikationsplan inzwischen erhöht. Die bei der Befragung der Patienten beobachtete unzureichende Information zur Medikation mangels Nutzung könne jedoch dadurch auch nicht überwunden werden.

Quelle: Ärzte Zeitung online (Marlinde Lehmann)

Gesundheitsmanagement ist Chefsache

Gesundheitsmanagement ist Chefsache

Arbeitsmediziner können keine Entwarnung geben - immer noch sind Deutschlands Arbeitnehmer häufig krank. Nachdem die Fehlzeiten jahrelang rückläufig waren, nehmen sie fortlaufend zu .

Aktuell ist jeder pflichtversicherte Erwerbstätige im Schnitt rund zwei Wochen pro Jahr krankgeschrieben. Und dabei vermitteln die Prozentzahlen nur ein unvollständiges Bild: Viele Kurzzeit-Erkrankungen werden in der offiziellen Statistik gar nicht erfasst, weil der Arbeitgeber auf Atteste verzichtet.
Auf Muskel- und Skeletterkrankungen entfielen 22,1 Prozent. Auch wenn Erkrankungen nicht immer zu Fehlzeiten führen, sind Deutschlands Arbeitnehmer alles andere als gesund. So berichten beispielsweise 37 Prozent der Angestellten von Magen- und Verdauungsbeschwerden und immerhin 24 Prozent, also fast ein Viertel, von Herz- und Kreislaufproblemen.
Drastisch zugenommen haben zuletzt aber vor allem psychische Belastungsstörungen. Laut dem Gesundheitsreport der BARMER GEK waren zuletzt 17,2 Prozent der Fehlzeiten auf psychische und Verhaltensstörungen zurückzuführen. Damit sind solche Erkrankungen bereits die zweithäufigste Ursache für krankheitsbedingte Abwesenheit. Stress, Hektik, die immer schnelleren Arbeitsabläufe und die ständige Erreichbarkeit fordern offenbar ihren Tribut. Burn-Out ist eine Realität, mit der vor allem Führungskräfte zunehmend konfrontiert sind. Und 54 Prozent, also mehr als die Hälfte der deutschen Arbeitnehmer, klagen über zumindest gelegentliche Erschöpfungszustände, 55 Prozent über Kopfschmerzen, 64 Prozent über Müdigkeit und 35 Prozent sogar über depressive Verstimmungen.

Programme zur Gesundheitsförderung sichern Unternehmen eine eingespielte und zuverlässige Belegschaft, die körperlich und psychisch in der Lage ist, den verschärften Anforderungen der Arbeitswelt gerecht zu werden ( Zitat Professor Walter Tokarski von der Deutschen Sporthochschule Köln )

Entscheidend sind dabei jedoch stets das Zusammenwirken der Programme und Aktionen und das Mitwirken aller relevanten Personen und Abteilungen von der Chefetage über das Management, die Betriebsärzte, Personalabteilung bis zur Kantine. Professor Tokarski weiß: „Vorgesetzte haben dabei immer eine Vorbildfunktion“.

Quelle: Focus Online


Wir helfen Ihnen gerne bei der Auswahl präventiver Maßnahmen und der Lösung von bestehenden Problemen.

Polypharmazie ist ein Massenproblem

Polypharmazie ist ein Massenproblem

Jeder fünfte Bundesbürger nimmt fünf oder mehr Arzneimittel ein, berichtet die Barmer in ihrem Arzneimittelreport. Die Kasse warnt vor den Gefahren.

BERLIN. Jeder vierte Barmer-Versicherte ab 65 Jahren hat im Jahr 2016 ein für ihn ungeeignetes Arzneimittel erhalten. Das geht aus dem Arzneimittelreport 2018 der Kasse hervor, der am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde.

Generell ist Polypharmazie ein Problem, das große Teile der Bevölkerung betrifft: Laut aktueller Analyse hat jeder fünfte Bundesbürger im Jahr 2016 fünf oder mehr Arzneimittel eingenommen.


Wenn wichtige Informationen für Behandlungsentscheidungen fehlten, Sprachbarrieren zu Missverständnissen führten oder Medikationspläne unvollständig seien, könnte das zu Risiken bei der Arzneimitteltherapie führen, die eigentlich vermeidbar wären, hieß es.

"Angesichts der Sicherheitslücken in der Arzneimitteltherapie geht es nicht um Schuldzuweisungen in Richtung Ärzte", betonte der Vorstandsvorsitzende Professor Christoph Straub. Er forderte aber auch: "Die Patientinnen und Patienten müssen besser vor diesen Risiken geschützt werden." (aze)

Quelle: Ärzte Zeitung online

Multitasking macht dumm und führt uns zurück in die Höhle

Multitasking macht dumm

Input auf allen Kanälen – Email, Facebook, Instagram, Telefon, Menschen, Zeitungen (für die Analogen unter uns). Wir sind vielen Reizen gleichzeitig ausgesetzt, die um unsere Aufmerksamkeit konkurrieren. Im Arbeitsumfeld sind es ggf. verschiedene Projekte oder Aufgaben mit dem gleichen Abgabetermin unter enormem Zeitdruck. Da liegt es nahe, alles gleichzeitig erledigen zu wollen, um ein Maximum an Output und somit Effizienz zu erlangen. Können wir das aber überhaupt leisten?

Multitasking ist nur bedingt möglich
 
Sicherlich ist unser Gehirn in der Lage, mehrere Prozesse gleichzeitig zu verarbeiten. Vor allem, wenn diese unbewusst ablaufen, sind wir dazu fähig. Z.B. können wir umhergehen und dabei telefonieren. Solange wir nicht auf der Suche nach dem Weg sind, kommen sich die verschiedenen Hirnareale, die zum Gehen und Telefonieren benötigt werden, nicht in die Quere. Wehe aber, wenn wir uns auf einer Karte orientieren müssen und gleichzeitig telefonieren wollen. Spätestens dann wird entweder das Sprechen unkonzentriert, wir hören nicht mehr richtig zu, oder finden den Weg nicht. Unser Gehirn wird dann zu einem seriellen Informationsverarbeiter, der sich immer nur um eine Aufgabe zurzeit kümmern kann. Beide Aufgaben erfordern aber unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, um erfolgreich erledigt zu werden. Das Gehirn hat zwar die Fähigkeit, schnell zwischen unterschiedlichen Aufgaben hin- und herzuschalten, aber das erfordert Zeit, Energie und letztlich Informationsverlust für den Zeitraum, in der das Gehirn mit der anderen Aufgabe beschäftigt ist. Die Effizienz wird tatsächlich geringer anstatt sich zu erhöhen.
 
Multitasking ist evolutionärer Rückschritt
 
Evolutionsgeschichtlich bewegen wir uns beim Multitasking sogar rückwärts. Während unsere Vorfahren sich ständigen und wechselnden Gefahren ausgesetzt sahen, war eine dauerhafte 360-Grad-Aufmerksamkeit überlebenswichtig. Unsere Vorfahren konnten nicht gemütlich am Feuer sitzen, das Mamut verspeisen und sich die letzten Neuigkeiten von der Jagd erzählen. Sie mussten jederzeit aufmerksam sein, ob nicht andere Feinde den Frieden bedrohten.
Erst die moderne Gesellschaft, in der die objektive Bedrohung für Leib und Leben wesentlich geringer und kalkulierbarer geworden ist, erlaubt es uns, sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren. Und erst durch diese Konzentration und Fokussierung ist es möglich geworden, großartige Erfindungen und Entwicklungen zu realisieren. Ein Forscher kommt in der Regel zu keinen großartigen Erkenntnissen während er noch an drei anderen Projekten arbeitet, die die Welt retten sollen.
Wenn wir es uns also erlauben, ständig auf allen Kanälen gleichzeitig verfügbar zu sein, verlernen wir das Konzentrieren auf eine Sache. Verlernen dieser Konzentration macht uns uneffektiver, weniger kreativ und letztendlich dümmer.
 
Multitasking macht dumm
 
Versuche zum Thema Multitasking zeigen nämlich, dass wir vorübergehend dümmer werden, wenn wir versuchen, mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erledigen. Gibt man einem Erwachsenen zwei einfache kognitive Aufgaben gleichzeitig (z.B. zwei einfache Puzzle), dauert die Umsetzung wesentlich länger und ist fehleranfälliger, als wenn die Aufgaben nacheinander abgearbeitet werden. In IQ umgerechnet, bedeutet das eine durchschnittliche Abnahme um 10 Punkte.   
 
Ob sich aus diesen beiden Feststellungen: „Multitasking ist evolutionärer Rückschritt“ und „Multitasking macht dumm“ allerdings schließen lässt, dass die Urmenschen dümmer waren als wir heute, wage ich in Anbetracht der Welt von heute zu bezweifeln. 

Quelle: Stefan-Speer.de

Nutzen Sie Ihren Körper, wenn Sie ihn schon dabei haben

Dr Gunther Schmidt benutzt diesen Ausspruch häufiger, wenn er darauf hinweisen möchte, wie wichtig die Einbeziehung des Körpers in den psychotherapeutischen Prozess ist. Tatsächlich gibt es viele Studien zum Thema Wechselwirkung von Körper und Psyche. 

Nutze deinen Körper, wenn Du ihn schon dabei hast

DIE KÖRPERHALTUNG BESTIMMT DIE STIMMUNG
 
Hierzu eine einfache Übung:
 
Stellen Sie sich aufrecht hin. Der Rücken ist gerade und stark, die Schultern leicht zurück gezogen. Der Kopf ist erhoben, der Blick geht in geradeaus in die Ferne. Die Beine stehen hüftbreit auseinander, beide Füße sind fest mit dem Boden verbunden. Ihre Arme hängen locker herab oder stützen sich in die Hüften. 
 
Lassen Sie diese Körperhaltung einen Moment auf sich wirken. Behalten Sie die Körperhaltung bei während Sie sich nun folgendes vorstellen:
 
Sie sind schwach, hilflos, handlungsunfähig, haben keine Kontrolle über ihr Leben oder die aktuelle Situation.  Ihr ganzes Leben ist ein Jammertal.
 
Gelingt Ihnen das? Vermutlich nicht. Wenn doch, dann achten Sie einmal darauf wie sich Ihre Körperhaltung verändert hat. Schauen Sie nun vielleicht doch zu Boden, der Rücken wird krumm, die Schultern fallen nach vorne?
 
Die Erkenntnisse aus diesem kleinen Versuch können wir uns in schwierigen Situationen unseres Lebens zunutze machen. Sie fühlen sich immer wieder hilflos und überfordert in bestimmten SItuation? Nehmen Sie dann ganz bewußt eine Körperhaltung ein, die für Sie Stärke und Selbstkontrolle zum Ausdruck bringt. Ihre Psyche wird darauf reagieren und Sie werden sich kraftvoller und selbstbewußter fühlen. Möglicherweise bedarf es ein wenig Übung, Verfeinerung und weitere Anker, um die eigenen Ressourcen nachhaltiger zur aktivieren. Aber es funktioniert. Ganz sicher!


DIE PSYCHE BESTIMMT WAS MÖGLICH IST
 
Hier noch eine beeindruckende Übung welche Wirkung umgekehrt die Psyche auf unseren Körper hat. Die Übung ist dem Buch"Selbstmanagement - ressourcenorientiert" von Maja Storch und Frank Krause entnommen.
 

  • Stellen Sie sich aufrecht hin, Hände locker an den Seiten herabhängend.
  • Heben Sie beide Arme seitlich gestreckt bis auf Schulterhöhe.
  • Drehen Sie den Oberkörper soweit Sie können in eine Richtung. Strengen Sie sich maximal an ohne die Füße zu bewegen
  • Schauen Sie den Arm entlang und merken Sie sich den Punkt der maximalen Drehung.
  • Gehen Sie in die Ausgangsstellung zurück bei gleichbleibender Fußstellung
  • Schließen Sie die Augen und erleben Sie die Bewegungen noch einmal in ihrer Fantasie nach ohne sich real zu bewegen.
  • Wenn Sie in Ihrer Vorstellung am äußersten Punkt angekommen sind, lockern Sie sich mental und drehen Sie sich ein deutliches Stück weiter.
  • Kehren Sie in ihrer Fantasie in die Ausgangstellung zurück.
  • Nach einer kurzen Pause gehen Sie die Bewegung mental noch einmal durch.
  • Diesmal drehen Sie locker und leicht über den ursprünglichen Anschlag hinweg und gehen auch über den erweiterten Punkt deutlich hinweg. Wiederum nur in ihrer Fantasie.
  • Gehen Sie mental wieder in die Ausgangsstellung zurück.
  • Öffnen Sie die Augen und führen Sie die ursprüngliche Übung noch einmal real durch.

Kommen Sie weiter als beim ersten Durchgang? Vielleicht sogar wesentlich weiter?

 
Faszinierend oder?

Quelle: Stefan-Speer.de