Gesundheitsmanagement ist Chefsache



Arbeitsmediziner können keine Entwarnung geben - immer noch sind Deutschlands Arbeitnehmer häufig krank. Nachdem die Fehlzeiten jahrelang rückläufig waren, nehmen sie fortlaufend zu .

Aktuell ist jeder pflichtversicherte Erwerbstätige im Schnitt rund zwei Wochen pro Jahr krankgeschrieben. Und dabei vermitteln die Prozentzahlen nur ein unvollständiges Bild: Viele Kurzzeit-Erkrankungen werden in der offiziellen Statistik gar nicht erfasst, weil der Arbeitgeber auf Atteste verzichtet.
Auf Muskel- und Skeletterkrankungen entfielen 22,1 Prozent. Auch wenn Erkrankungen nicht immer zu Fehlzeiten führen, sind Deutschlands Arbeitnehmer alles andere als gesund. So berichten beispielsweise 37 Prozent der Angestellten von Magen- und Verdauungsbeschwerden und immerhin 24 Prozent, also fast ein Viertel, von Herz- und Kreislaufproblemen.
Drastisch zugenommen haben zuletzt aber vor allem psychische Belastungsstörungen. Laut dem Gesundheitsreport der BARMER GEK waren zuletzt 17,2 Prozent der Fehlzeiten auf psychische und Verhaltensstörungen zurückzuführen. Damit sind solche Erkrankungen bereits die zweithäufigste Ursache für krankheitsbedingte Abwesenheit. Stress, Hektik, die immer schnelleren Arbeitsabläufe und die ständige Erreichbarkeit fordern offenbar ihren Tribut. Burn-Out ist eine Realität, mit der vor allem Führungskräfte zunehmend konfrontiert sind. Und 54 Prozent, also mehr als die Hälfte der deutschen Arbeitnehmer, klagen über zumindest gelegentliche Erschöpfungszustände, 55 Prozent über Kopfschmerzen, 64 Prozent über Müdigkeit und 35 Prozent sogar über depressive Verstimmungen.

Programme zur Gesundheitsförderung sichern Unternehmen eine eingespielte und zuverlässige Belegschaft, die körperlich und psychisch in der Lage ist, den verschärften Anforderungen der Arbeitswelt gerecht zu werden ( Zitat Professor Walter Tokarski von der Deutschen Sporthochschule Köln )

Entscheidend sind dabei jedoch stets das Zusammenwirken der Programme und Aktionen und das Mitwirken aller relevanten Personen und Abteilungen von der Chefetage über das Management, die Betriebsärzte, Personalabteilung bis zur Kantine. Professor Tokarski weiß: „Vorgesetzte haben dabei immer eine Vorbildfunktion“.

Quelle: Focus Online


Wir helfen Ihnen gerne bei der Auswahl präventiver Maßnahmen und der Lösung von bestehenden Problemen.

Multitasking macht dumm und führt uns zurück in die Höhle



Input auf allen Kanälen – Email, Facebook, Instagram, Telefon, Menschen, Zeitungen (für die Analogen unter uns). Wir sind vielen Reizen gleichzeitig ausgesetzt, die um unsere Aufmerksamkeit konkurrieren. Im Arbeitsumfeld sind es ggf. verschiedene Projekte oder Aufgaben mit dem gleichen Abgabetermin unter enormem Zeitdruck. Da liegt es nahe, alles gleichzeitig erledigen zu wollen, um ein Maximum an Output und somit Effizienz zu erlangen. Können wir das aber überhaupt leisten?

Multitasking ist nur bedingt möglich
 
Sicherlich ist unser Gehirn in der Lage, mehrere Prozesse gleichzeitig zu verarbeiten. Vor allem, wenn diese unbewusst ablaufen, sind wir dazu fähig. Z.B. können wir umhergehen und dabei telefonieren. Solange wir nicht auf der Suche nach dem Weg sind, kommen sich die verschiedenen Hirnareale, die zum Gehen und Telefonieren benötigt werden, nicht in die Quere. Wehe aber, wenn wir uns auf einer Karte orientieren müssen und gleichzeitig telefonieren wollen. Spätestens dann wird entweder das Sprechen unkonzentriert, wir hören nicht mehr richtig zu, oder finden den Weg nicht. Unser Gehirn wird dann zu einem seriellen Informationsverarbeiter, der sich immer nur um eine Aufgabe zurzeit kümmern kann. Beide Aufgaben erfordern aber unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, um erfolgreich erledigt zu werden. Das Gehirn hat zwar die Fähigkeit, schnell zwischen unterschiedlichen Aufgaben hin- und herzuschalten, aber das erfordert Zeit, Energie und letztlich Informationsverlust für den Zeitraum, in der das Gehirn mit der anderen Aufgabe beschäftigt ist. Die Effizienz wird tatsächlich geringer anstatt sich zu erhöhen.
 
Multitasking ist evolutionärer Rückschritt
 
Evolutionsgeschichtlich bewegen wir uns beim Multitasking sogar rückwärts. Während unsere Vorfahren sich ständigen und wechselnden Gefahren ausgesetzt sahen, war eine dauerhafte 360-Grad-Aufmerksamkeit überlebenswichtig. Unsere Vorfahren konnten nicht gemütlich am Feuer sitzen, das Mamut verspeisen und sich die letzten Neuigkeiten von der Jagd erzählen. Sie mussten jederzeit aufmerksam sein, ob nicht andere Feinde den Frieden bedrohten.
Erst die moderne Gesellschaft, in der die objektive Bedrohung für Leib und Leben wesentlich geringer und kalkulierbarer geworden ist, erlaubt es uns, sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren. Und erst durch diese Konzentration und Fokussierung ist es möglich geworden, großartige Erfindungen und Entwicklungen zu realisieren. Ein Forscher kommt in der Regel zu keinen großartigen Erkenntnissen während er noch an drei anderen Projekten arbeitet, die die Welt retten sollen.
Wenn wir es uns also erlauben, ständig auf allen Kanälen gleichzeitig verfügbar zu sein, verlernen wir das Konzentrieren auf eine Sache. Verlernen dieser Konzentration macht uns uneffektiver, weniger kreativ und letztendlich dümmer.
 
Multitasking macht dumm
 
Versuche zum Thema Multitasking zeigen nämlich, dass wir vorübergehend dümmer werden, wenn wir versuchen, mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erledigen. Gibt man einem Erwachsenen zwei einfache kognitive Aufgaben gleichzeitig (z.B. zwei einfache Puzzle), dauert die Umsetzung wesentlich länger und ist fehleranfälliger, als wenn die Aufgaben nacheinander abgearbeitet werden. In IQ umgerechnet, bedeutet das eine durchschnittliche Abnahme um 10 Punkte.   
 
Ob sich aus diesen beiden Feststellungen: „Multitasking ist evolutionärer Rückschritt“ und „Multitasking macht dumm“ allerdings schließen lässt, dass die Urmenschen dümmer waren als wir heute, wage ich in Anbetracht der Welt von heute zu bezweifeln. 

Quelle: Stefan-Speer.de